Anfängerwanderfahrt auf der Lahn
Vom 29. August bis 31. August 2025

Wer in der letzten Zeit an den offenen Terminen gerudert ist, hat sicher schon gedacht: So viele neue Gesichter! Wie heißt die noch einmal? Wie lang ist der eigentlich schon dabei?
So war mir die von Steffi Furch organisierte Lahnfahrt willkommen – hatte ich doch endlich mal Gelegenheit, Gesichter und Namen zu ordnen. Und unsere Neulinge bzw. Fastneulinge zu kennen, lohnt sich! Nicht nur überzeugen sie durch ruderisches Geschick, sondern bringen sich auch vielfältig ein – so auch schon beim Abriggern und Aufladen am Donnerstagabend.
Am Freitag fuhren wir in Bus und PKW über Limburg nach Laurensburg zur Unterkunft. Ohne eine kurze Zitterpartie bei der Zimmerverteilung ging es auch dieses Mal nicht ab. Der gute Ashot ließ sich nicht lumpen und gab uns allen zum Nachtisch ein Eis aus. So verbrachten wir einen fröhlichen, leider schon etwas frösteligen Abend mit gelungenem Abschluss.
Am nächsten Tag nahmen wir zu ziviler Stunde (wir erinnerten uns mit Grausen an das frühe Aufstehen die letzten beiden Jahre) den Zug nach Limburg. Man sollte meinen, Steffi als langjährige und patente Organisatorin kenne den Fußweg zum Ruderclub aus dem ff; oder wollte sie den neuen Vereinsmitgliedern lediglich das Schloss Limburg zeigen?

Jedenfalls erstiegen wir den Mühlberg, bis es im Schlosshof nicht mehr weiter ging. Nach einem kurzen Blick hinab und mit aufgewärmten Beinmuskeln ging es dann wieder abwärts – und schon waren wir am Verein angelangt. Das Aufriggern verlief zügig und reibungslos.
Bei besten Wetterbedingungen ging es auf´s Wasser. Vor uns lag schon die erste Schleuse, in der die Neumitglieder die besonderen Rituale kennenlernten, insbesondere das Ploppen des Schleusenbiers und das durch Hartmut angestimmte dreifache „Hipp – hipp – hurra!“ Besonders schön war, dass an diesem Wochenende alle fünf Boote alle Schleusungen gemeinsam erlebten – ein Beweis für den ausgeprägten Teamgeist und vielleicht auch für die Ausgewogenheit bei der Bootsbesatzung.
Nachdem wir gefühlt mehr Schlösser als Kanus gesehen hatten, kamen wir nach Balduinstein, das seiner Besucher zur anstehenden Kirmes harrte. Der geschmückte Baum lag schon zugbereit an unserer Anlegestelle. In einem kunstvollem Booteballett brachten wir drei Boote unter, Hartmut nahm eine Stelle am jenseitigen Ufer in Beschlag. Derweil hatte es angefangen zu regnen. Gerade noch rechtzeitig zogen wir unsere Jacken an und uns unter ein Dreiecksegel am Kiosk zurück.

Doch wo war eigentlich das fünfte Boot geblieben? Erbarmungslos ergoss sich das Nass vom schweren Himmel, und das letzte Boot irrte auf der vergeblichen Suche nach einer Anlegestelle immer noch umher. In diesem Boot hatte nun Neuling Nicola die famose Idee, wenigstens zum einstweiligen Beraten die Brücke aufzusuchen. Nachdem sich der Regen wieder verzogen hatte, fand auch diese Mannschaft noch ein hübsches Plätzchen.
Gestärkt und wieder vereint ging es in die nächste Schleuse und auf die zweite, kürzere Etappe. Erschöpft und/oder zufrieden erreichten wir unser Tagesziel, wo es manche noch ins erfrischende Nass zog. Nach einem gemütlichen Abend bei Tellerschnitzel oder schwäbischer Kost und einem von Ashot spendierten Absacker ging es zur Nachtruhe.
Zweiter Tag – und siehe da: Die Neuruderer wussten schon genau, worauf es ankam: Eine Mitruderin aus meinem Boot kam mir mit einem Beutel voller Fressalien entgegen :-).
Zunächst lief es auch am Ufer gut: Die Handgriffe an den Booten saßen und bald waren zwei Boote zu Wasser gelassen. Beim dritten Boot meldete Ralf Alarm: Der Ausleger sei locker. Neuling Sebastian setzte sich ins Boot und inspizierte und analysierte den Schaden. Das Problem war keine Kleinigkeit; es lag nicht an der Mutter, sondern die ganze Schraube war kaputt. Aber „dem Ingenieur ist nichts zu schwör.“ – in Kooperation mit Hartmut, der an seinem Handsteuersitz für Ersatz sorgte, und mit Unterstützung der Umstehenden in Form von Werkzeugen und aufmunternden Zurufen machte er sich an die Behebung des Schadens. Es wurde gehämmert, gezogen, geschraubt und schließlich gejubelt.
Endlich konnten auch die letzten drei Boote aufbrechen – und welch Überraschung für mich, als ich in der nächsten Schleuse unsere ersten beiden Mannschaften wiedertraf! Sie hatten doch tatsächlich auf uns gewartet! „Wir haben uns Sorgen gemacht,“ rief Eva mir zu; und wirklich: Was muss ihnen durch den Kopf gegangen sein, dass wir so gar nicht auftauchten! Ein Lob jedenfalls auf den Teamgeist, der während dieser Fahrt großgeschrieben wurde.

Bei herrlichstem Sonnenschein ging auch diese kurze, letzte Etappe zuende. Viele Hände, schnelles Ende: In kürzester Zeit waren die Boote „aufgenudelt“ und abgeriggert, und alle Gerätschaften lagen schön geordnet abholbereit. Ebenso beim Aufladen sowie beim heimatlichen Abladen, Aufriggern und Putzen lief alles wie am Schnürchen. Die Teamleistung war beachtlich!
Fazit: Wir haben uns in den letzten zwei Jahren ganz tolle, ruderbegeisterte, einsatzbereite, mitdenkende und nicht zuletzt super sympathische Mitglieder in den Verein geholt. Ahoi!
Katharina Schmöhe