Wanderfahrt mit dem Roklub Hellerup/Kopenhagen 2026

Wanderfahrt mit dem Roklub Hellerup/Kopenhagen 2026

Traditionell trifft sich der WSVG am Himmelfahrtswochenende mit dem Roklub Hellerup/Kopenhagen zur gemeinsamen Ruderwanderfahrt – jedes Jahr abwechselnd in Deutschland oder Dänemark. Diesmal ging es nach Emden.

Und die Tour begann genau so, wie man sich eine norddeutsche Unternehmung vorstellt: leichter Regen, kräftiger Wind und eine Wettervorhersage, die eher Stirnrunzeln als Zuversicht auslöste. Trotzdem blieb der Optimismus unerschütterlich: „An der See wird das Wetter immer besser als angekündigt.“ Ein Satz, der uns durchs ganze Wochenende begleitete – und sich ungefähr als ebenso belastbar erwies wie manche Dollen.

Manch einer dachte trotzdem vorsorglich schon über Alternativen zum Rudern nach: Die Kunsthalle Emden sei schließlich sehenswert, und auch das Otto Huus sollte durchaus Unterhaltungswert besitzen. Immerhin waren wir hervorragend untergebracht. Nasse Kleidung würde sich dank bestens funktionierender Heizungen problemlos trocknen lassen – ein nicht zu unterschätzender Luxus bei dieser Wetterlage.

Die Boote stellte uns der außerordentlich gastfreundliche Emder Ruderverein zur Verfügung. Besonders praktisch: Das Bootshaus lag nur zehn Gehminuten vom Hotel entfernt. Ein echter Vorteil, wenn morgens um 8 Uhr bereits „ruderfertig am Bootshaus“ angesagt war – eindeutig keine Veranstaltung für Langschläfer. Vor Ort zeigte sich sofort die große Gastfreundschaft der Emder. Tische, Bänke, reichlich Platz für Gepäck, Getränke und Verpflegung – und bei Fragen war immer jemand aus dem Verein ansprechbar. Beste Voraussetzungen also für gelungene Rudertage. Nur das Wetter spielte zunächst nicht mit: Die Eisheiligen hatten ganze Arbeit geleistet, und der geplante Grillabend am Anreisetag fiel buchstäblich ins Wasser. Zu nass, zu kalt, zu ungemütlich.

Der erste Rudertag begann dann aber überraschend sonnig – allerdings mit einem großen Schrecken. Ein dänischer Ruderfreund brach nach dem Frühstück in der Hotellobby zusammen. Notarzt und Rettungswagen rückten mit Blaulicht an und ab ging es ins Krankenhaus. Begleitet von entsprechend großer Sorge bei uns allen. Glücklicherweise konnte Katja, die mit ins Krankenhaus gefahren war, später Entwarnung geben: Nach ersten Untersuchungen im Krankenhaus sah alles deutlich besser aus, offenbar lag nichts Ernstes vor.

Die Rudertour am 1. Tag ging wie geplant auf die große Runde über das Kleine und das Große Meer vorbei an Hinte und Loppersum. Die Strecke führte durch idyllische Kanäle und Grachten, vorbei an gepflegten Häusern und schönen Gärten. Glattes Wasser, kaum Bootsverkehr, keine Strömung und keine Gezeiten – eigentlich ein perfektes Wanderfahrtenrevier. Die größte Herausforderung war allerdings die Navigation. Das zur Verfügung gestellte Kartenmaterial entwickelte schnell einen gewissen Unterhaltungswert und wurde allgemein als wenig aussagekräftig eingestuft. Trotzdem fanden am Ende alle Boote den vorgesehenen Ort für die Mittagspause – inklusive akrobatischer Einlagen beim Aussteigen an einem ausgesprochen wackligen Steg. Was einem Teilnehmer einer anderen Rudergruppe aus Essen zum Verhängnis wurde. Er nahm ein unfreiwilliges Bad und lieh sich anschließend Katjas Auto, um klitschnass nach Emden zurückzufahren. Für uns ging es anschließend gut gestärkt bei sonnigem Wetter mit den Booten zurück. Und tatsächlich: trocken.

Am nächsten Tag führte uns die Strecke durch die Kesselschleuse (eine Rundkammerschleuse, die vier Wasserstraßen miteinander verbindet) in Richtung Aurich über den Ems-Jade-Kanal. Und wieder war das Wetter besser als befürchtet – zumindest zunächst. Ziel war diesmal das Gartenlokal „Unterm Segel“, das extra für uns geöffnet hatte und uns in entspannter Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen versorgte. Bei Sonnenschein wäre es wohl geradezu idyllisch gewesen. Für die Rückfahrt wurden dann vorsorglich die Regenklamotten angelegt. Dunkle Wolken und kräftiger Wind ließen nichts Gutes ahnen – zu Recht. Entsprechend durchnässt und durchgefroren kamen wir, je nach Qualität der Regenkleidung, wieder am Emder Bootshaus an. Die Vorfreude auf heiße Duschen und warme Zimmer war groß. Noch größer war allerdings die Freude, als uns der inzwischen aus dem Krankenhaus entlassene dänische Ruderfreund beim Anlegen begrüßte – und am nächsten Tag sogar wieder als Steuermann dabei war.

Tag drei führte erneut durch die Kesselschleuse Richtung Oldersum, diesmal überwiegend bei trockenem Wetter. Zwar kamen wir fast trocken zurück, dafür aber etwas erschöpfter als geplant. Die Strecke war nämlich ungeplant länger geworden – schuld waren natürlich wieder einmal „diese Karten“. Und dann war plötzlich schon Abschlussabend. Ein reichhaltiges Büffet, gute Stimmung und natürlich die obligatorische Gesangseinlage durften nicht fehlen. Die musikalische Darbietung wurde durch das Fehlen von Hans-Oles instrumentaler Begleitung zwar etwas erschwert, der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch. So endete die Tour fröhlich, entspannt und mit großer Vorfreude auf das nächste Wiedersehen im kommenden Jahr – dann wieder in Dänemark.

Ein herzlicher Dank geht an Katja und Boris für die erneut großartige Organisation!

Angelika Diggins-Rösner

Und hier findet Ihr ein Video, das Boris während der Tour gemacht hat.

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