Der Wassersportverein Godesberg (WSVG) ist ein Ruderverein, direkt am Rhein gelegen, mit Tradition. Bereits seit 1909 wird in Rüngsdorf gerudert. Das Bootshaus mit Blick auf Königswinter und den Drachenfels liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Freibad.
Wir nehmen jetzt Anmeldungen für die Ausbildung an – weitere Infos unter ==> Ruderkurse/Anfänger
Früh schon waren die Godesberger Ruderer erfolgreich auf nationalen und internationalen Regatten, obwohl der Rhein kein ideales Trainingsrevier bietet. Heute hat der Verein ca. 300 aktiv rudernde Mitglieder im Alter von 13 Jahren bis über 80 Jahren. Dazu kommen noch etwa 50 Jugendliche der Schülerruderriegen des Alloisiuskollegs und des Amos Comenius Gymnasiums, beide in Bad Godesberg ansässig. So sind fast täglich Boote des WSVG auf dem Rhein zu sehen.
Die Hausstrecke führt von Rüngsdorf bei Rheinkilometer 646,5 rheinaufwärts vorbei an Mehlem zur Insel Nonnenwerth. Dabei sind etliche Kribben zu umfahren. Es wird dann in ruhigem Fahrwasser vorbei an der Insel Nonnenwerth bis zur Südspitze gerudert, aber vielfach geht es auch weiter nach Oberwinter oder Unkel.
Traditionell trifft sich der WSVG am Himmelfahrtswochenende mit dem Roklub Hellerup/Kopenhagen zur gemeinsamen Ruderwanderfahrt – jedes Jahr abwechselnd in Deutschland oder Dänemark. Diesmal ging es nach Emden.
Und die Tour begann genau so, wie man sich eine norddeutsche Unternehmung vorstellt: leichter Regen, kräftiger Wind und eine Wettervorhersage, die eher Stirnrunzeln als Zuversicht auslöste. Trotzdem blieb der Optimismus unerschütterlich: „An der See wird das Wetter immer besser als angekündigt.“ Ein Satz, der uns durchs ganze Wochenende begleitete – und sich ungefähr als ebenso belastbar erwies wie manche Dollen.
Manch einer dachte trotzdem vorsorglich schon über Alternativen zum Rudern nach: Die Kunsthalle Emden sei schließlich sehenswert, und auch das Otto Huus sollte durchaus Unterhaltungswert besitzen. Immerhin waren wir hervorragend untergebracht. Nasse Kleidung würde sich dank bestens funktionierender Heizungen problemlos trocknen lassen – ein nicht zu unterschätzender Luxus bei dieser Wetterlage.
Die Boote stellte uns der außerordentlich gastfreundliche Emder Ruderverein zur Verfügung. Besonders praktisch: Das Bootshaus lag nur zehn Gehminuten vom Hotel entfernt. Ein echter Vorteil, wenn morgens um 8 Uhr bereits „ruderfertig am Bootshaus“ angesagt war – eindeutig keine Veranstaltung für Langschläfer. Vor Ort zeigte sich sofort die große Gastfreundschaft der Emder. Tische, Bänke, reichlich Platz für Gepäck, Getränke und Verpflegung – und bei Fragen war immer jemand aus dem Verein ansprechbar. Beste Voraussetzungen also für gelungene Rudertage. Nur das Wetter spielte zunächst nicht mit: Die Eisheiligen hatten ganze Arbeit geleistet, und der geplante Grillabend am Anreisetag fiel buchstäblich ins Wasser. Zu nass, zu kalt, zu ungemütlich.
Der erste Rudertag begann dann aber überraschend sonnig – allerdings mit einem großen Schrecken. Ein dänischer Ruderfreund brach nach dem Frühstück in der Hotellobby zusammen. Notarzt und Rettungswagen rückten mit Blaulicht an und ab ging es ins Krankenhaus. Begleitet von entsprechend großer Sorge bei uns allen. Glücklicherweise konnte Katja, die mit ins Krankenhaus gefahren war, später Entwarnung geben: Nach ersten Untersuchungen im Krankenhaus sah alles deutlich besser aus, offenbar lag nichts Ernstes vor.
Die Rudertour am 1. Tag ging wie geplant auf die große Runde über das Kleine und das Große Meer vorbei an Hinte und Loppersum. Die Strecke führte durch idyllische Kanäle und Grachten, vorbei an gepflegten Häusern und schönen Gärten. Glattes Wasser, kaum Bootsverkehr, keine Strömung und keine Gezeiten – eigentlich ein perfektes Wanderfahrtenrevier. Die größte Herausforderung war allerdings die Navigation. Das zur Verfügung gestellte Kartenmaterial entwickelte schnell einen gewissen Unterhaltungswert und wurde allgemein als wenig aussagekräftig eingestuft. Trotzdem fanden am Ende alle Boote den vorgesehenen Ort für die Mittagspause – inklusive akrobatischer Einlagen beim Aussteigen an einem ausgesprochen wackligen Steg. Was einem Teilnehmer einer anderen Rudergruppe aus Essen zum Verhängnis wurde. Er nahm ein unfreiwilliges Bad und lieh sich anschließend Katjas Auto, um klitschnass nach Emden zurückzufahren. Für uns ging es anschließend gut gestärkt bei sonnigem Wetter mit den Booten zurück. Und tatsächlich: trocken.
Am nächsten Tag führte uns die Strecke durch die Kesselschleuse (eine Rundkammerschleuse, die vier Wasserstraßen miteinander verbindet) in Richtung Aurich über den Ems-Jade-Kanal. Und wieder war das Wetter besser als befürchtet – zumindest zunächst. Ziel war diesmal das Gartenlokal „Unterm Segel“, das extra für uns geöffnet hatte und uns in entspannter Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen versorgte. Bei Sonnenschein wäre es wohl geradezu idyllisch gewesen. Für die Rückfahrt wurden dann vorsorglich die Regenklamotten angelegt. Dunkle Wolken und kräftiger Wind ließen nichts Gutes ahnen – zu Recht. Entsprechend durchnässt und durchgefroren kamen wir, je nach Qualität der Regenkleidung, wieder am Emder Bootshaus an. Die Vorfreude auf heiße Duschen und warme Zimmer war groß. Noch größer war allerdings die Freude, als uns der inzwischen aus dem Krankenhaus entlassene dänische Ruderfreund beim Anlegen begrüßte – und am nächsten Tag sogar wieder als Steuermann dabei war.
Tag drei führte erneut durch die Kesselschleuse Richtung Oldersum, diesmal überwiegend bei trockenem Wetter. Zwar kamen wir fast trocken zurück, dafür aber etwas erschöpfter als geplant. Die Strecke war nämlich ungeplant länger geworden – schuld waren natürlich wieder einmal „diese Karten“. Und dann war plötzlich schon Abschlussabend. Ein reichhaltiges Büffet, gute Stimmung und natürlich die obligatorische Gesangseinlage durften nicht fehlen. Die musikalische Darbietung wurde durch das Fehlen von Hans-Oles instrumentaler Begleitung zwar etwas erschwert, der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch. So endete die Tour fröhlich, entspannt und mit großer Vorfreude auf das nächste Wiedersehen im kommenden Jahr – dann wieder in Dänemark.
Ein herzlicher Dank geht an Katja und Boris für die erneut großartige Organisation!
Angelika Diggins-Rösner
Und hier findet Ihr ein Video, das Boris während der Tour gemacht hat.
Bei strahlendem Sonnenschein taufte Eckart Lieser am 9. Mai unser neues Boot aus der Werft Wiersma in den Niederlanden. Ein Boot, das besonders mit unseren erfolgreichen Mannschaften auf den Langstreckenregatten im Einsatz sein soll.
Dieses freudige Ereignis für den WSVG wurde dadurch getrübt, dass Eckart und seine Frau Helga nach über 40 Jahren Mitgliedschaft im WSVG Bonn verlassen werden. Besonders Eckart war in dieser Zeit bei unendlich vielen Projekten im Verein aktiv. So konnte durch sein handwerkliches Geschick manche Handwerkerrechnung gespart werden. Auf dem Wasser half er mit viel Geduld und Freundlichkeit, Rudertechniken zu verfeinern und steuerte viele Mannschaften sicher und geschickt durch Regatten.
Der Name des neuen Bootes „Löwelies II“ ist eine Reminiszenz an Eckarts historisches Boot, das er einst mit an den Rhein brachte und das er 2024 in die Sammlung des Classic Boat Club Mülheim an der Ruhr abgegeben hat.
Bereits eine Woche vor der EUREGA, am 25. Und 26. April fand die Aaseeregatta in Münster statt. In Ergänzung zu den zahlreichen Kaderüberprüfungsmaßnahmen bot diese Regatta für die Trainingsmannschaft eine gute Chance Medaillen und Regattaerfahrung zu sammeln, zumal Max abiturbedingt eine Woche zuvor nicht bei der Kleinbootmeisterschaft in München starten konnte.
Am Samstag wurde noch fleißig auf heimischen Gewässern trainiert, so dass die Regatta nur sonntags besucht wurde. Hier machte Cora den Anfang und ging in Renngemeinschaft mit Münster in der offenen Seniorinnen-Klasse im Doppelvierer an den Start. Es wurde ein klarer Start-Ziel-Sieg und die erste Medaille des Tages.
Max und Hans folgten im Senior-1x. Hans in der Klasse der Leichtgewichte. Max konnte sich schnell von seinen Gegnern distanzieren und souverän mit deutlichem Vorsprung siegen.
Der zweite geplante Start im 1x wurde bei ihm spontan durch einen Start im 2x ersetzt. Für dieses Wochenende (7. Bis 10. Mai) wurden Max und Thalia eingeladen im 2x und 4- im Tschechischen Racice bei den Seat-Races der U23-Nationalmannschaftsanwärter mitzufahren. Max wird dort mit einem Ruderer aus Hannover an den Start gehen. Dieser entschied sich dazu für eine gemeinsame Trainingseinheit und einen Start bei der Regatta nach Münster zu kommen. Auch wenn die Mannschaft um Max und Jonathan Ebel aus Hannover noch nicht eingefahren war, hatten die anderen Mannschaften keine Chance gegen das Duo. Wieder gab es einen Sieg mit sehr deutlichem Vorsprung.
Am Nachmittag konnte sich Hans in seiner Leistungsklasse im schweren Männer 1x ebenfalls noch eine Medaille sichern.
Der Tag wäre mit 4 Medaillen bei 5 Starts traumhaft zu Ende gegangen, wäre der Vereinsbus auf dem Rückweg nicht liegen geblieben. Zum Glück bereits in Bonn, wurde die Crew von unserem Vorsitzenden Andreas mit Motorschaden abgeschleppt. Auch ein Erlebnis.
Glückwunsch den grandiosen Siegern von AMOS und WSV Godesberg!
Jens Reppahn stellt im Folgenden die erfolgreichen Mannschaften vor. Zugleich gebührt ihm Dank für die perfekte Organisation und Anselm für die kurzfristige Übernahme der Bootstransporte nach Ausfall des Vereinsbusses.
Hipphipphurra – Andreas Bartsch – Vorsitzender WSV Godesberg
An der diesjährigen Europäischen Rhein Regatta (Eurega), die zum 34. Mal ausgerichtet wurde, nahmen 20 Sportlerinnen und Sportler des WSVG in insgesamt 6 Booten teil. Die Regatta startet von zwei verschiedenen Orten aus. Die 100 km-Strecke beginnt im Schutzhafen von St. Goarshausen (Rheinkilometer 555), die 45 km-Strecke beim Neuwieder Pegelturm (Rheinkilometer 608). Das Ziel lag für beide Rennen am Bootshaus des ausrichtenden Bonner Ruder-Vereins (Rheinkilometer 653).
Bein gutem Ruderwetter ging Klaus Helbing in einer überregionalen Renngemeinschaft im Männer-4er über die „volle Distanz“ und belegte insgesamt den 10. Platz in einer Zeit von 5:59h. Zugleich war dies der zweite Platz in der Altersklasse mit nur 2 Minuten Rückstand.
Von Neuwied aus starteten zwei Boote des Amos-Comenius-Gymnasium. Der ältere Jahrgang mit Ferdinand Heuer, Tillman Abresch, Simon Liebetrau und Friedrich Rulands sowie Lisa Weyres (Steuer) gewann die Altersklasse mit der besten aller Junioren-Zeiten in 2.49.33h. Nur unwesentlich langsamer in respektablen 2.49.35h absolvierten Lasse Siebert, Braeden Bond, Finn Sylvester und Erich Lambrecht mit Steuermann Arnd Riemenschneider zum ersten Mal diese anspruchsvolle Regatta und gewannen ebenfalls in ihrer Altersklasse. Glückwunsch an die AMOS-Teams, die mit dem WSVG seit Jahren aufs Engste verbandelt sind und die mit Arnd einen nicht zu ermüdenden Trainer und Motivator haben.
Die WSVG-Damen mit Susanne Grüter, Frauke von Stein, Eva Schoof und Kathrin Lange fuhren mit Steuermann Anselm Hoffmeister ein furioses Rennen und siegten in 2.45.51h mit fast 2 Minuten Vorsprung in einer sehr stark besetzten Altersklasse. Die Jubelschreie nach Bekanntgabe des Ergebnisses hallen noch heute durch das Rheintal.
Zum dritten Mal in Folge dominierte die Renngemeinschaft mit dem WSV Honnef das Feld der Mixed-Boote in ihrer Altersklasse und gewann souverän in 2.34.41h und über 8 Minuten Vorsprung vor den „Verfolgern“ aus Essen. Verletzungsbedingt fuhr die Renngemeinschaft diesmal mit einer anderen Besetzung. So gesellte sich Nele Fischer (WSVH) zu Saskia Palluck, Jens Reppahn (beide WSVG), Elmar Witten (WSVH) und Nicolai Grandisch (WSVG, Steuer).
Zu guter Letzt sei erwähnt, dass Stefanie Stüber ihren ersten Marathon gerudert ist und in einer Renngemeinschaft mit Sportlerinnen vom Mülheimer Wassersport sowie dem Bonner Ruderverein erschöpft und glücklich in 2.57.00h ins Ziel gefahren ist.
Insgesamt ein toller Einstieg in die Langstreckensaison. Wer vergleichbare Strapazen kennt, kann einschätzen, dass die Wärme (24 Grad) sowie der niedrige Wasserstand zusätzlich dazu beigetragen haben, dass alle Teams an ihre Leistungsgrenzen gehen mussten, um diese phantastischen Ergebnisse zu erzielen. Und: wer in den letzten Wochen am Rhein unterwegs war, hat auch gesehen, dass diese Leistungsgrenzen nicht vom Himmel gefallen sind, sondern das Ergebnis harter Trainingseinheiten und einem hohen zeitlichen Aufwand der Athletinnen und Athleten sowie der Steuerleute. Wie schön, dass sich der Einsatz mal wieder ausgezahlt hat!
Wir danken der Bonner Rudergesellschaft für die Überlassung der Grafik
Unser neues Konzept für die Ausbildung der Erwachsenen startet ab sofort. Alle Informationen gibt es hier auf der Webseite im Bereich Ruderkurse/Anfänger.
Unsere Anfängerkurse für Erwachsene starten jedes Jahr im Frühling. Wegen der Einführung des neuen Konzepts wahrscheinlich 2026 im Mai. Diese Kurse werden von erfahrenen Vereinsmitgliedern ehrenamtlich in ihrer Freizeit durchgeführt. Wir versuchen dabei immer möglichst vielen Interessierten diese Ausbildung zu ermöglichen. Trotzdem müssen wir leider jedes Jahr sehr viele Personen ablehnen, weil sich viel mehr dafür interessieren als wir ausbilden können.
Wir freuen uns über Menschen, die sich neu für unseren Sport begeistern. Allerdings ist Rudern, besonders auf dem Rhein, herausfordernder als man vielleicht denkt. Es ist uns also sehr wichtig, dass Sie im Vorfeld genau erfahren, was Sie bei dieser Ausbildung erwartet, welche Voraussetzungen und welcher Aufwand dafür nötig sind und was das Ausbildungsziel ist. Dieses Wissen soll Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob die Ausbildung und das Rudern das ist, was Sie sich vorgestellt haben, Sie wirklich wollen und wozu Sie fähig sind.