Der Wassersportverein Godesberg (WSVG) ist ein Ruderverein, direkt am Rhein gelegen, mit Tradition. Bereits seit 1909 wird in Rüngsdorf gerudert. Das Bootshaus mit Blick auf Königswinter und den Drachenfels liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Freibad.
Früh schon waren die Godesberger Ruderer erfolgreich auf nationalen und internationalen Regatten, obwohl der Rhein kein ideales Trainingsrevier bietet. Heute hat der Verein ca. 300 aktiv rudernde Mitglieder im Alter von 13 Jahren bis über 80 Jahren. Dazu kommen noch etwa 50 Jugendliche der Schülerruderriegen des Alloisiuskollegs und des Amos Comenius Gymnasiums, beide in Bad Godesberg ansässig. So sind fast täglich Boote des WSVG auf dem Rhein zu sehen.
Die Hausstrecke führt von Rüngsdorf bei Rheinkilometer 646,5 rheinaufwärts vorbei an Mehlem zur Insel Nonnenwerth. Dabei sind etliche Kribben zu umfahren. Es wird dann in ruhigem Fahrwasser vorbei an der Insel Nonnenwerth bis zur Südspitze gerudert, aber vielfach geht es auch weiter nach Oberwinter oder Unkel.
Am 01.02.2026 fand der 30. NWRV-Indoor-Cup in Essen statt. Dieses Jahr wurde der Wettkampf das erste Mal nicht auf Concept2-Ergometern, sondern auf den Modellen RP3 ausgefahren.
Nach ein paar Wochen Übung/Training auf dem RP3 nahmen für den WSVG Thalia Frick im schweren SF 1x und Max Thiele im schweren SM 1x am Wettbewerb teil. Für beide war es der erste Wettkampf dieser Art und offiziell auch der erste Wettkampf in der Senior-Altersklasse (Senior B = U23). Die Wettkampfdistanz im Senior-Bereich ändert sich im Vergleich zum Junior-A-Bereich allerdings nicht. Sie liegt bei 2000m.
Das Seniorinnen-Feld war dieses Jahr sehr stark besetzt. Olympia-Teilnehmerin und sechstschnellste Frau der Welt Alexandra Föster (Senior A) hatte gemeldet. Aus Essen gingen außerdem ehemalige WM-Teilnehmerinnen an den Start. In einem sehr konstanten Rennen konnte Thalia ihre bisherige Bestzeit auf dem Ergo deutlich verbessern. Mit einem sehr guten Ergebnis von 07:05,28 Min. belegte sie Platz 4 von 6 der Gesamtwertung. Die Luft in der Schulturnhalle in Essen war -wie jedes Jahr- wieder sehr schlecht, so dass aufgrund von Sauerstoffmangel vermutlich auch nicht die allerbesten Leistungen abgerufen werden konnten.
Max startete gegen 7 Gegner. Drei davon kamen aus dem Fitness-Bereich und nicht von einem Ruderverein. Nach einem starken Start lag Max bis ca. 1400 m in Führung. Dann zogen zwei der Gegner, die bisher fast gleichauf lagen, stark an, während bei Max die Energie etwas nachließ. So reichte es im Endergebnis für einen 3. Platz in der Gesamtwertung mit neuer persönlicher Ergo-Bestzeit von 06:09,66 Min.
Herzlichen Glückwunsch zu diesen tollen Leistungen und dem gelungenen Saisonstart!
Im Gegensatz zum Concept2-Ergo, bewegt sich bei den RP3 sowohl der Rollsitz, als auch der Hauptblock des Gerätes an sich. Beim „Rudern“ bleibt man also mehr oder weniger mit dem Rollsitz auf der Stelle sitzen und zieht den Ventilator mit den Füßen zu sich heran, bzw. tritt ihn im Durchzug weg. Diese Bewegung entspricht mehr der Bewegung, die auch im Rennboot ausgeführt wird. Das Rudergefühl ist dem Rudern im Boot somit ähnlicher als auf dem Concept2-Ergometer. Fehler in der Technik können auch leichter bemerkt und damit auch behoben werden.
Der WSVG hat zwei RP3-Ergometer erworben, die nun im Kraftraum stehen. Wer eine Einführung auf dem Gerät haben möchte, kann sich gerne an unsere Trainingsleitung Cora Berger oder den Vorsitzenden Andreas Bartsch wenden.
Am vierten Advent waren wieder alle zum „Abglühen“ eingeladen. Bei warmen und kalten Getränken sowie von allen Besuchern beigesteuerten Leckereien und wunderbarem Winterwetter war Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Herzlichen Dank an das Vorbereitungs-Team für diese, jedes Jahr wieder, sehr schöne Aktion!
Wir wünschen allen einen guten Start ins Jahr 2026!
Irgendetwas war in den letzten Wochen anders: ständig verabredete Mannschaften auf dem Wasser, laute Kommandos in den Booten, eifrige Diskussionen um Schlagzahl und Material im Anschluss an die Ausfahrten, überfüllte Ergokurse, verzweifelte Suche nach grünen Mützen… Erfahrenen unter uns kommt es recht schnell in den Sinn:
Regatta – Winter – Kettwig? – Richtig!
An der 41. Nikolausregatta des Kettwiger Ruder-Regattaverein konnten wir in diesem Jahr mit 18 Personen (inkl. zwei Gästen aus Frankfurt bzw. Köln) teilnehmen, die in sechs Teams beim diesjährigen Ausklang der Breitensportsaison antraten. Bei gutem Wetter und idealen Wasserbedingungen war dies für sieben Mitglieder des WSVG sogar Regattapremiere. Nach aufregenden Stunden vor dem Start konnten wir bei diesen nach der Zielankunft ausschließlich in erschöpfte, jedoch zufriedene Gesichter blicken. Für Gesprächsstoff bei anschließendem Glühwein war gesorgt. Zudem konnte sogar ein 1. Platz unserer Anfänger-Crew um Eugen, Henrik, Jasmina und Marieke mit Steuermann Paul eingefahren werden! Henrik schildert das Geschehen weiter unten aus seiner Sicht.
Breitensportsaison 2025 in Zahlen
Im Jahr 2025 nahm der WSVG mit 62 Teilnehmenden an sechs Regatten teil. Dabei konnten drei Siege errungen werden (Eurega, Baldeneysee, Kettwig). Weitere Medaillenränge wurden beim diesjährigen Rheinmarathon durch ein Unwetter verhindert. Die drei gemeldeten WSVG-Teams waren startklar, eins bereits auf dem Wasser, als enorme Sturmböen und hohe Wellen eine geordnete Fahrt unmöglich machten. Nach kurzer Unterbrechung der Regatta und dem gekenterten Boot eines anderen Vereins (ohne Verletzungen) sind wir aus Sicherheitsgründen die Regatta nicht gefahren. Ein kleiner Wermutstropfen in einem sehr engagierten und durchaus erfolgreichen Jahr.
Jens Reppahn
Nikolausregatta in Essen-Kettwig – Ein persönlicher Bericht in drei Zügen
Einmal einer von 667 Nikoläusen in 119 Booten sein. Das wär’s doch, oder? Das ist die Nikolausregatta in Essen-Kettwig. Gab es jemals mehr Nikoläuse an einem einzigen Tag auf der Ruhr? Eigentlich rekordverdächtig für einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Aber Achtung: Wie fängt man so etwas an?
1. Das Rennen ist vor dem Rennen: Das Training
Also, Fingerheben für eine Meldung an Jens, wir machen das, mixed Doppelvierer, Anfänger. „Jens, kannst Du uns trainieren?“ Der schaut nach vorn und schaut in die Rund… Alles klar. Wir sind auch beim Training ziemlich mixed, da wir kaum einmal unsere Mannschaft zusammen ins Boot bekommen. Die Termine. Egal. Es wird schon irgendwie klappen.
Konzentration beim Einsteigen, die Stimmung ist gut, Einstellungen vornehmen. Puls: 80. Vier klar, drei klar, zwei klar, eins klar. Nö, eine Schiene ist locker. Endlich: „Alle voraus“. Anfahren mit drei Schlägen, die Lage des Bootes kontrollieren und mit den Füßen stabilisieren. Am Anfang nur mit den Armen und durchgestreckten Beinen rudern, der Rücken bleibt gerade, sauber setzen und ausheben. „Nicht hacken!“. Dann halbe Rollbahn, dann ganze Rollbahn. Freiweg bis zur Nordspitze Nonnenwerth. Das Boot gleitet, leichter Heckwirbel. Puls: 100.
Dann mit zehn Schlägen beschleunigen, Kraft und Schlagzahl erhöhen, das Boot nimmt Fahrt auf, der Heckwirbel wird länger. Und dranbleiben, nicht nachlassen, werden wir langsamer? Nicht nachdenken. Geht da noch mehr? Wie lange noch? Puls: 130.
Dann, endlich, „klar zur Wende über Backbord. Backbord stoppen… Backbord stoppt… Backbord beginnt zu streichen“. Die Füße ziehen am Stemmbrett, das Boot neigt sich, der Heckwirbel bricht ab, „Steuerbord zieht“. „Wende halt, alle voraus“. Mit drei Schlägen wieder Fahrt aufnehmen, das Stemmbrett knarrt. Das klappt schon ganz gut. So beginnt das Training. Wenn wir so weitermachen… Der Trainer und Steuermann, der schaut nach vorn und schaut in die Rund…
2. Der Renntag: Eine plötzliche Begegnung mit dem Unbekannten
Konzentration und Nervosität steigen. Hinfahrt, Abladen, Aufriggern und dem Hundekot ausweichen auf nasser und rutschiger Wiese klappen schon mal ganz gut. Super Wetter, 12 Grad und trocken. Aber Achtung! Zehner-Maulschlüssel zum Festschrauben der Ausleger in den Händen nervöser Anfänger…? Vooorsicht! Hier lauert das böse Drehmoment. Vertrauen ist gut, persönliche Kontrolle durch den großen Vorsitzenden ist besser. Puls: 90 (bei uns).
10 Uhr. Dann sind wir auch schon auf dem Wasser. Eine kleine Runde noch in großem Bogen bis zur Startlinie. Stimmt alles? Alles OK, die Einstellungen stimmen. Nein! Verdammt, die Klipse an den Dollen sind ungleich und völlig falsch eingestellt. „Ruder halt!“ Eine Hand unter die Dolle halten, mit der anderen Hand vorsichtig die Klipse umstecken. Alles geht gut. Puls: 100.
Dann der Start. War das schon der Start? Wir sind im Tunnel. Los geht’s. Sind wir zu langsam? Hinter uns startet schon der nächste Doppelvierer. Schneller, mehr Druck. Das fühlt sich gut an. Das Boot liegt gut, der Takt stimmt, der Heckwirbel wird länger und gleichmäßiger. Wir halten das andere Boot auf Abstand. Dann, plötzlich, was ist das für ein unbekanntes Geräusch? Unruhe im Boot. Ach du Sch… Ein Rollsitz ist herausgesprungen. Das darf doch nicht wahr sein. Aus! Das war’s! „Ruder halt! Blätter ab!“. Wir stoppen. Das Boot schwankt hin und her. Hektisches Getriebe im Bug. Der andere Doppelvierer kommt wieder auf. Bleibt der Puls stehen? Gibt es noch Hoffnung? Ja. Wir sind mixed. Wir können das. Wir haben nämlich zwei großartige OP-Schwestern an Bord. Die bleiben cool. Die Diagnose: Ein Rollsitz… ohne Betäubung…? Das ist nicht einmal eine halbe Herz-OP. In einer Not-OP wird der Rollsitz blitzschnell wieder eingerenkt. „Alle voraus“. Weiter geht’s. Und Druck. Das andere Boot ist schon fast hinter uns. Schaffen wir es noch vorher bis zur Wende? Ja, das klappt. Und Druck. „Steuerbord über“. Dann die Wende. Eine Superwende!
Eng gleiten wir um die Tonne und nehmen wieder Fahrt auf. Das Stemmbrett knarrt. Puls: 130. Das andere Boot bleibt zurück, verfährt sich bei der Wende, kommt schwerfällig herum. Wir geben Gas. Da ist noch mehr drin. Der Abstand vergrößert sich, bis zum Ziel hängen wir das andere Boot ab. Puls: 138. Geschafft! Wir haben es geschafft. Kaum zu glauben. Als wir anlegen singen Ella Fitzgerald und Louis Jordan „Baby, it’s cold outside“. Da sind wir im Moment allerdings anderer Meinung. Langsam fällt die Anspannung von uns ab.
3. Der Rest? Eine Kettwiger „Goldmedaille“
Der Rest ist schnell erzählt: Umziehen, Bratwurst, Glühwein und glänzende Gesichter. Und dann ist das Erstaunen groß: Wir werden aufgerufen zur Siegerehrung. Wir sind auf Rang 1. Unfassbar. Als Anfänger und in unserer Altersklasse war kein anderes Boot schneller. Wie gut, dass es kein anderes Boot gab… 😊
Und der Trainer? Der schaut nach vorn und schaut in die Rund…
Wir alle wissen, dass ein Wassersportverein mehr ist als nur das wöchentliche Rudern. Unzählige fleißige Menschen sind – oft unauffällig, aber über viele Jahre – tätig an Haus, Hof, Steg, Boot, Auto, bei der Anfänger- und Steuerleuteausbildung und dem allgemeinen Betrieb, Partnerschafts- und Wanderfahrten, Jugend- und Seniorenveranstaltungen, Organisation des Vereins, und dem Sport an Land (mit Sicherheit habe ich etwas vergessen und bitte um Nachsicht).
Am Mittwoch (3. Dezember), dem internationalen Tag des Ehrenamts, wurden fünf unserer schon besonders lange tätigen Ehrenamtler für ihr Engagement über (mehr als) 25 Jahre ausgezeichnet: Sie erhielten die Jubiläums-Ehrenamtskarte der Stadt Bonn.
Ilse und Ralph Hannemann wurden von Oberbürgermeister Guido Déus und Sozialdezernentin Azra Zürn bei einem Empfang im Alten Rathaus persönlich gelobt, Thomas Finke, Eckart Lieser und Arnd Riemenschneider haben diese Auszeichnung ohne persönliches Händeschütteln (aber genauso verdient) per Post erhalten. Von den bisher genau 100 ausgegebenen Jubiläums-Ehrenamtskarten sind damit fünf zum WSVG gegangen!
Dort nicht so deutlich zu lesen ist, wie eindringlich Herr Déus seine Wertschätzung für das bürgerliche Engagement formuliert hat, ihm ist die Förderung des Vereinslebens (nicht nur im Sport) ein wichtiges Anliegen. So soll zur Unterstützung der Vereine gerade in der Kommunikation mit der Stadtverwaltung (auch wenn wir als WSVG da gar nicht klagen können) ein Ehrenamtsbeauftragter in seinem Büro aufgestellt werden. Frau Zürn outete sich im persönlichen Gespräch als wassersportaffin – wenn auch nicht vom Rhein und nicht im Ruderboot (Paddeln auf der Ruhr).
Allgemeiner Rudertermin Erwachsene und Jugend/Gigboot
Arnd Riemenschneider
Sonntag
09:00
Jugend/Training in Fühlingen (Absprache)
Cora Berger, Florian Heesen
10:00
Allgemeiner Rudertermin (Langstrecke)
Nicolai Grandisch Jens Reppahn
An Feiertagen findet der allgemeine Ruderbetrieb nur bei ausdrücklicher Ankündigung statt. Die Termine in Sporthallen fallen während der Schulferien aus.