Der Wassersportverein Godesberg (WSVG) ist ein Ruderverein, direkt am Rhein gelegen, mit Tradition. Bereits seit 1909 wird in Rüngsdorf gerudert. Das Bootshaus mit Blick auf Königswinter und den Drachenfels liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Freibad.
Die Aufnahme neuer Teilnehmer für die Anfängerausbildung (Erwachsene) im Jahr 2026 ist abgeschlossen. Neue Bewerbungen sind ab Januar 2027 möglich. Weitere Infos unter ==> Ruderkurse/Anfänger
Früh schon waren die Godesberger Ruderer erfolgreich auf nationalen und internationalen Regatten, obwohl der Rhein kein ideales Trainingsrevier bietet. Heute hat der Verein ca. 300 aktiv rudernde Mitglieder im Alter von 13 Jahren bis über 80 Jahren. Dazu kommen noch etwa 50 Jugendliche der Schülerruderriegen des Alloisiuskollegs und des Amos Comenius Gymnasiums, beide in Bad Godesberg ansässig. So sind fast täglich Boote des WSVG auf dem Rhein zu sehen.
Die Hausstrecke führt von Rüngsdorf bei Rheinkilometer 646,5 rheinaufwärts vorbei an Mehlem zur Insel Nonnenwerth. Dabei sind etliche Kribben zu umfahren. Es wird dann in ruhigem Fahrwasser vorbei an der Insel Nonnenwerth bis zur Südspitze gerudert, aber vielfach geht es auch weiter nach Oberwinter oder Unkel.
Unsere Clubregatta war der Höhepunkt des Wassersportfestes am ersten Juli-Wochenende 2026. Die WSVG-Boote maßen sich auf der kurzen Distanz von 600 Metern mit Gästen vom Bonner Ruderverein und dem Ruderverein des Pädas. Zahlreiche Zuschauer hatten sich dazu am Rüngsdorfer Rheinufer, vor der schönen Kulisse des Siebengebirges, eingefunden. Dazu kam der fachlich versierte Kommentar von Heiner Nöthe und die passende musikalische Begleitung des Bonner Shanty-Chors, auf Einladung des KulturBades.
Am Ende erwiesen sich die beiden Teams des BRV, die stilecht gemeinsam im Achter angereist waren, als siegreich. Der WSVG-Vorsitzende Andreas Bartsch überreichte Medaillen in einer Form, die für jeden Ruderer besonderen praktischen Wert hat: Kleine Riggerschlüssel. Vom Shanty-Chor gab’s dann noch ein Ständchen für die Gewinner.
Über den Tag war Gelegenheit, die verschiedenen Wassersportaktivitäten in Rüngsdorf näher kennenzulernen. Der Godesberger Kanu Club, der Ruderverein des Pädas und der WSVG luden zum Tag der offenen Tür ein. Mitglieder standen für Gepräche und Fragen bereit. Kanus und Ruderboote konnten mal aus der Nähe begutachtet werden. Beim WSVG konnten Interessierte die Ruderbewegung auf dem Ergometer oder im Ruderbecken auch selbst ausprobieren. Im Panroamabad boten der Förderverein und die SG WAGO verschiedene sportliche Aktionen in und am Wasser. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Bratwurst, Pommes, Waffeln und Co. fanden viele, hungrige Abnehmer.
Klaus Helbing hat das spannende Finish des Jugendrennens filmisch festgehalten:
Vom 25. bis 28. Juni 2026 fanden die deutsche Junioren (U17/U19) – und die deutsche Jahrgangsmeisterschaft (U23) auf dem Elfrather See in Krefeld statt. Ursprünglich auf dem Baldeneysee in Essen geplant, musste der Ausrichter, der ERRV, einige Wochen vor der Regatta den Austragungsort nochmal ändern. Grund: Zu starker Algenbewuchs und dadurch möglicherweise unfaire Bedingungen auf dem Baldeneysee.
Dieses Jahr ging der WSVG in kleiner Besetzung an den Start. Thalia Frick und Max Thiele starteten beide das erste Mal im U23-Bereich. Thalia ging in den Bootsklassen Frauen-Vierer mit Steuerperson (SF 4+), Frauen-Vierer-Ohne (SF 4-) und Achter mit Steuerperson (SF 8+) an den Start. Für Max ging es in den Bootsklassen Männer-Einer (SM 1x) und Männer-Doppelvierer (SM 4x) in den Kampf um Medaillen.
Bereits im Vorfeld nahmen die beiden an unterschiedlichen Qualifizierungsmaßnahmen des DRV teil und zeigten dort starke Leistungen, so dass beide in den entsprechenden Bootsklassen (Thalia im 8+ und Max im 4x) aufgrund ihrer Ergebnisse in das 3. Vom Bundestrainer vorgeschlagene Boot gesetzt wurden. In diesen Bootsklassen war die Bronzemedaille also realistisch und wurde vom Bundestrainer bzw. dem jeweiligen Disziplintrainer, erwartet. Max wurde zunächst für eine Besetzung im 2x vorgeschlagen. Mit dem vorgeschlagenen Partner erruderte er bereits auf verschiedenen Regatten und bei Leistungsüberprüfungen gute Ergebnisse. In Abstimmung mit den Trainern und dem Disziplintrainer entschied sich Max aber für einen Start im 1x, was sich im Ergebnis als sehr gute Entscheidung herausstellte.
Aufgrund der angekündigten Hitze wurde das Qualifikationssystem der Regatta im Vorfeld bereits umgestellt, um Rennen einzusparen und die Startzeiten in die Morgenstunden verlegen zu können. So wurden sämtliche Bahnverteilungsrennen und Hoffnungsläufe gestrichen. Für Max bedeutete das: Nach einem 2. Platz im Vorlauf am Donnerstag im 1x der direkte Einzug ins Halbfinale am Freitag. Im Halbfinale am Freitag landete Max souverän auf dem 2. Platz, was ihm den Einzug ins Finale am Samstag sicherte.
In allen Rennen von Thalia und auch im 4x bei Max gab es nach der neuen Regelung jeweils nur das Finale am Samstag. Diese Rennen wurden zeitlich nach vorne gezogen und der Zeitplan insgesamt gestaucht, so dass sowohl Thalia als auch Max nur noch kurze Abstände zwischen den Rennen hatten. Thalia startete am Samstag – dem Finaltag im U23-Bereich- in insgesamt 3 Rennen auf der 2000m-Distanz innerhalb von 6 Stunden. Allein schon diese Leistung verdient Respekt bei Temperaturen von über 30 Grad.
Im 1. Rennen, dem Vierer mit Steuerfrau konnte sie mit ihrer 2er-Partnerin Charlotte Hentschel von der BRG und Mitstreiterinnen aus Magdeburg überzeugen und einen 3. Platz belegen. Kurze Zeit später reichte es in der olympischen Bootsklasse, dem 4- „nur“ für Platz 4. Im 8+ erruderte Thalia mit ihren Kameradinnen aus ganz Deutschland ebenfalls einen 3. Platz.
Max lieferte im Finale des Männer 1x ein sensationelles Rennen ab. Angefeuert von Trainern und Familie hängte er im Endspurt einige Gegner ab und erruderte sich die verdiente Bronzemedaille. Kurze Zeit später erfüllte er auch im 4x die Erwartungen und sicherte sich zum 2. Mal Bronze.
Herzlichen Glückwunsch zu diesen außergewöhnlichen Leistungen!
Auch in diesem Jahr war der WSVG wieder auf dem Godesberger Sommerfest im Kurpark vertreten. Dort haben die Godesberger Vereine die Möglichkeit, sich und ihr Angebot zu präsentieren. Viele Vereine bieten Kulinarisches und Getränke an. Außerdem gibt es ein vielfältiges Angebot auf der Bühne. Das Fest klingt am Abend stets musikalisch aus.
Wer sich an anderen Ständen an Bratwurst, Reibekuchen und anderen Köstlichkeiten gütlich getan hatte, konnte die Kalorien dann bei uns auf dem Ergo wieder abstrampeln. Besonders begehrt sind die Ergos jedes Jahr bei Kindern und Jugendlichen. Angeleitet von WSVG-Mitgliedern kamen so schon einige gefahrene Kilometer zusammen.
Interessierte Erwachsene und Jugendliche hatten Gelegenheit, Fragen zum Ruder-Wiedereinstieg oder zum Anfängerkurs zu stellen. Die anwesenden WSVG-Mitglieder nutzen den Stand im Park zudem gerne, um mal abseits des Ruderns ins Gespräch zu kommen. Auch wenn die Gespräch in diesem Jahr direkt am folgenden Tag, beim Wassersportfest, weitergeführt werden konnten.
Am 5. Juli 2026 findet erstmalig ein gemeinsames, großes Wassersportfest der Vereine am Rüngsdorfer Rheinufer statt. Beginn ist um 11 Uhr.
Beteiligt sind, neben dem WSVG, der Godesberger Kanu Club, der Ruderverein des Pädas, das Rüngsdorfer KulturBad, der Förderverein Panoramabad Rüngsdorf und die SG WAGO.
Das Programm hält für alle Interessen etwas bereit. Bei den beteiligten Sportvereinen dürfen sportliche Aktivitäten natürlich nicht fehlen. Beim WSVG können Interessierte selbst auf dem Ruderergometer aktiv werden. Höhepunkt für die Rudervereine ist eine Clubregatta, die um 15 Uhr startet.
Auf dem Vorplatz des Schwimmbades sorgt das KulturBad für Musik. Kulinarische Genüsse finden sich auf dem gesamten Festgelände verteilt.
Alle Details und das volle Festprogramm finden sich auf dem Programm unten.
Herzliche Einladung an alle, mal vorbeizuschauen – alle Altersgruppen, egal ob sportlich oder eher nicht!
Wie schon mehrfach seit 2018 führte auch in diesem Jahr wieder eine Ruderwanderfahrt nach Mirow und Umgebung an die wunderschöne mecklenburgische Seenplatte. Vom 14. bis zum 21. Juni nahmen insgesamt 13 Ruderfrauen und -männer teil, unterstützt durch ein dreiköpfiges familiäres Begleitteam, das in Fragen der richtigen Sportbekleidung und Erkundung der örtlichen Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten beratend zur Seite stand.
Neben zehn erfahrenen Wanderrudernden umfasste die Gruppe drei noch nicht so erfahrene Ruderbegeisterte, die sich noch in der Phase des „learning by lake“ befanden – wobei dieser Unterschied im Laufe der Woche zunehmend an Bedeutung verlor. Dass die „Neuen“ sich schnell integrierten, lag nicht zuletzt auch daran, dass alle Mitfahrenden neben ihren rudersportlichen Fähigkeiten über bemerkenswerte Fachkenntnisse in unterschiedlichsten Disziplinen verfügten. So reichten die Diskussionen beim abendlichen Zusammentreffen von vertieften Einsichten in die Straßenverkehrsordnung über die Effizienz von Dieselmotoren bis hin zum Fliegen und Landen von Luftfahrzeugen bzw. Katamaranen – um nur einen Bruchteil zu nennen…
Untergebracht waren wir im „Landhotel am Peetscher See“, das sich als verlässliche Basis für Start, Ziel und abendliche Nachbesprechungen bewährte. Schon der Einstieg verlief typisch für eine gute Wanderfahrt: Ein Teilnehmer stellte fest, dass seine gesamte Ruderausrüstung offenbar beschlossen hatte, zu Hause zu bleiben. Nach einer spontanen Expedition des Begleitteams nach Mirow konnte das Problem jedoch erfolgreich gelöst werden. Die Einzelhändler in Mirow, sie bieten auch an Sonntagen für fast jedes Problem eine Lösung an. Gerudert wurde in Tagestouren von Montag bis Samstag mit einer Unterbrechung am Donnerstag, der für einen Ausflug zum Luftfahrttechnischen Museum in Rechlin sowie dem Besuch der denkmalgeschützten Oktogonkirche in Ludorf genutzt wurde. Wie heimlich mitgeschnittene Tonaufnahmen belegen, war ein Highlight hier zweifellos die spontane Jamsession von Klaus auf der rein mechanischen Orgel von 1854.
Die Ruderfahrten führten über diverse von Seerosen gesäumte Seen und durch verschlungene amazonashafte Kanäle mit einer prächtigen Insekten- und Vogelwelt. Zu den Rast- und Liegeplätzen (der Rudernden) gehörten Pizza Napoli in Schwarz, die Fleether Mühle, der Campingplatz Seewalde, „Paddel Paul“ auf dem Campingplatz Zietlitz sowie der Fischereihof in Mirow.
Auch technisch wurde es nicht langweilig: Ein verlorener Dollenring wurde durch Hartmuts Armbanduhr und mithilfe von Panzerband in einer Art improvisierter Hochleistungsingenieurskunst ersetzt – ein Verfahren, das vermutlich keine DIN-Norm erfüllt, aber dennoch erstaunlich gut funktionierte. Leider verlief nicht jede Situation nach Lehrbuch: Bei einem Anlegemanöver frischten die Böen ungünstig auf, so dass ein Boot bei Wellengang gegen den Anleger gedrückt wurde und ein Ausleger Schaden nahm. Zu danken ist dem Bootswart des Rudervereins Blau-Weiß Mirow, bei dem wir auch die Boote ausgeliehen hatten: Schon am nächsten Morgen waren Dollenring und Ausleger wieder repariert.
Insgesamt gelangen die diversen An-, Ablage- und Ablegemanöver selbst an den schwierigsten, von Paddelbooten oder sonstigen Hindernissen gesäumten Landestellen tadellos. Im Prinzip unerklärliche aber gleichsam von unsichtbarer Hand gesteuerte gruppendynamische Befehlsrekursionen führten schließlich doch immer wieder zu akzeptablen Lösungen. Gerade für uns „Neue“ war es interessant, auch diesen Lehrsatz aus der Thermodynamik des Ruderns einmal mitzunehmen: Das Universum der rudertechnischen Handlungsmöglichkeiten, es dehnt sich aus, und zwar exponentiell zur Anzahl der Ruderexperten. Allein Hunger, Regen oder Erschöpfung können hier limitierende Faktoren sein.
Die Kombination aus abwechslungsreichen Rudertouren, eindrucksvoller Natur, kulturellem Programm und guter Unterkunft machte die Woche zu einem vollen Erfolg. Darüber hinaus bleibt die Erkenntnis, dass robuste Armbanduhren und Panzerband zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen des Wanderruderns zählen.
Ein besonderer Dank geht an Janet Beckmann für die wunderbare Organisation der Wanderfahrt.